Nordschwarzwaldhof aus dem ausgehendenden 17.Jahrhundert – Haupthaus und Leibgedinghaus

Restaurierung der Innenräume mit historischen Leinölfarbtechniken sowie Leimfarb- und Kalkkaseinfarben anlehnend an historisch interessante Pigmentierungen sowie mehrjährigen Sumpfkalkputzen.

Restaurierung der Fassaden in Standöl-/ Leinöltechnik mit Mineralpigmenten. Freilegung von Sandsteinquadersteinen und deren Restaurierung.

 

Innenräume

Großer Flur:

Oberer Bereich und Decke  :                                                                                           Nach Putzreparatur mit Kalkputzen und Einbau der modernen Elektrotechnik monochrome Farbfassung mit Keimscher Mineralfarbe.                           

 

Historische Sockelbereiche (welche jahrzehntelang hinter Holztäfer verborgen blieben):

Nach Reinigung, Putzergänzung, Festigung, Verklebung und Retousche der originalen Farbfassungen aus dem 19. Jahrhundert. Hier ist besonders die Pigmentierung der blauen Farbfassungsflächen von geschichtlicher Bedeutung.            

 

Auffällig auf dem mit Bruchsandsteinen ausgemauerten und gekälkten sowie teilweise mit Ornamentik verzierten Holzfachwerk ist die ungewöhnlich bläuliche Farbfassung des originalen Sumpfkalkputzes in der verputzten Sockelzone. Es lässt einen Zusammenhang zu der über rund 150 Jahre betriebenen „Farbmühle“ im benachbarten Alpirsbach schließen, die einen großen wirtschaftlichen und historischen Stellenwert in der Region hatte.

 

„Das in den Bergwerksstollen von Wittichen und Reinerzau gewonnene „Kobalterz“ wurde in der sogenannten Farbmühle in Alpirsbach verhüttet und in ganz Europa vertrieben. Um 1740 entstand ein Vertrag zwischen den Besitzern der Farbmühle und den Handelspartnern in Delft (Holland), welcher den Porzellanmanufakturen die komplette Abnahme für rund 50.000 Gulden im Jahr garantierte. So stammte das weltbekannte „Delfter Blau“, welches im 18. und 19. Jahrhundert verwendet wurde überwiegend aus der Farbmühle in Alpirsbach und den Bergwerksstollen in Wittichen und Reinerzau. 

 

Ein wirtschaftlicher Zusammenhang für die Bauernhöfe in 24 Höfe ergab sich durch den Verbrauch von riesigen Holzmengen durch die Kobaltfarbenindustrie.

Für 1 Zentner Farbe zu erschmelzen verbrauchte man 1 Klafter Holz (etwa 3,4 m³).“

Quelle : Heimatbücher Alpirsbach 

Historische Küche mit originaler Rauchabzugsöffnung („schwarze Küche“) sowie verschiedenen Fassungsebenen :

Decke und oberer Bereich :                                                                                           Nach Putzreparatur mit Kalkputzen und Einbau der modernen Elektrotechnik monochrome Farbfassung mit Keimscher Mineralfarbe.                                           

 

Sockelzone :

Walzen- und Wickeltechnik aus den 1920’er Jahren mit Beistrich („Ritzer“) :            Reinigung, Putzreparatur, Festigung und Verklebung sowie Retousche in Leimfarbtechnik. „Freilegungsfenster“ auf Fassung aus dem 19. Jahrhundert.

Historische Stuben mit originalem Decken- und Wandtäfer sowie Wandflächen mit Schabloniertechniken am Ofenbereich :

Retouschieren von größeren Fehlstellen, Neufassung von ausgetauschten Holzteilen in Leinölfarbtechnik mit Erdfarbpigmenten. Maseriertechnik (Aufmalung einer Edelholzart – hier Nußbaum – auf einfachen Tannenholzbrettern wie in den 1920’er Jahren üblich).

 

Schablonierte und gewalzte Wandbereiche :                                                     Reinigung, Putzreparatur, Festigung und Verklebung sowie Retousche in Leimfarbtechnik. 

Dachstuhlbereiche :

Nach Reinigung, Behandlung der Neu- und Altholzteile mit wachsartiger Leinölemulsion mit Biozertifikat (voll deklariert). 

Haupthaus - Fassade :

Holzteile und Holzschindeln sowie Fensterläden :

Mehrschichtiger Leinöl-/Standölanstrich mit speziellen Mineralpigmenten nach Befund. 

Ökonomieteil und Leibgeding-Fassade :

Holzteile und Holzbretterschalung sowie Fensterläden :

Mehrschichtiger Leinöl-Lasuranstrich mit speziellen Mineralpigmenten.

Stockmauer – Leibgedinghaus :

Freilegung der historischen Eckquaderungen, Reinigung, Sandsteinreparatur und - verfugung .

Neuverputz der Sockelzone mit Kalkputz nach historischem Vorbild.