Historischer Kornspeicher in 24 Höfe Nordschwarzwald

Restaurierung des mit historischem Sumpfkalkputz und originaler Farbfassung bearbeiteten Giebels (Reinigung, Festigung, Verklebung, Ergänzung und Retousche der Flächen mit originalen Materialien).

Auffällig an dem aus Sandstein errichteten Kornspeicher ist die ungewöhnlich bläuliche Farbfassung des originalen Sumpfkalkputzes am Giebel.                    

Es lässt einen Zusammenhang zu der über rund 150 Jahre betriebenen „Farbmühle“ im benachbarten Alpirsbach schließen, die einen großen wirtschaftlichen und historischen Stellenwert in der Region hatte.

 

Das in den Bergwerksstollen von Wittichen und Reinerzau gewonnene „Kobalterz“ wurde in der sogenannten Farbmühle in Alpirsbach verhüttet und in ganz Europa vertrieben. Um 1740 entstand ein Vertrag zwischen den Besitzern der Farbmühle und den Handelspartnern in Delft (Holland), welcher den Porzellanmanufakturen die komplette Abnahme für rund 50.000 Gulden im Jahr garantierte. So stammte das weltbekannte „Delfter Blau“, welches im 18. und 19. Jahrhundert verwendet wurde überwiegend aus der Farbmühle in Alpirsbach und den Bergwerksstollen in Wittichen und Reinerzau.  

 

Ein wirtschaftlicher Zusammenhang für die Bauernhöfe in 24 Höfe ergab sich durch den Verbrauch von riesigen Holzmengen durch die Kobaltfarbenindustrie.             

Für 1 Zentner Farbe zu erschmelzen verbrauchte man 1 Klafter Holz (etwa 3,4 m³).

 

Quelle : Heimatbücher Alpirsbach